Lage, Haus und Instrumente

Sternwarte im Klostergarten
Sternwarte im Klostergarten
Inneres der Sternwarte
Inneres der Sternwarte
Sternwarte im Klostergarten
Inneres der Sternwarte

Mitten in der Stadt liegt sie, unsere Sternwarte, noch dazu nördlich der Altstadt mit ihren bis weit in die Nacht angestrahlten Sehenswürdigkeiten.  Keine idealen Bedingungen also auf den ersten Blick.
Aber auch ohne ausgedehnte Deep-Sky-Jagden, die mit Filtern aber eingeschränkt durchaus möglich sind, bieten doch Mond und Planeten, Sonne und Spektroskopie und die helleren Objekte ein weites Betätigungsfeld. Und  die unmittelbare Nähe zur Schule für Tagesbeobachtungen während der Unterrichtszeit und die leichte Erreichbarkeit sind nun einmal von größtem Vorteil für Schüler, Eltern und alle anderen Besucher.
Die Sternwarte ist ein ebenerdiger Flachbau mit abfahrbarem Dach und einem Nebenraum, inmitten des Klostergartens. Die eingeschränkte Sicht ist dabei angesichts der Lichtverschmutzung unerheblich. Hauptgeräte sind ein Coudé-Refraktor (Wachter) und ein 14“-Cassegrain-Spiegel (Celestron), dem ein Goertz-Refraktor (1300/130 mm; Baujahr 1920) aus der alten Sternwarte als üppiges Leitrohr, doch auch zu Ha-Beobachtungen der Sonne dient. Als willkommene Spenden von Altstephanern vervollkommnen ein C8 und kleinere andere Spiegel und Refraktoren das Instrumentarium, zu dem auch ein Protuberanzenfernrohr und ein Spektralapparat gehört.

Geschichte

Astronomischer Turm; Aquarell, 19.Jh.
Astronomischer Turm; Aquarell, 19.Jh.
Astronomischer Turm, heute Privatbesitz
Astronomischer Turm, heute Privatbesitz
Astronomischer Turm; Aquarell, 19.Jh.
Astronomischer Turm, heute Privatbesitz

Eine Schulsternwarte gibt es in St. Stephan eigentlich schon seit der Gründung des Klosters, nämlich den „Astronomischen Turm“ am Pfaffenkeller. König Ludwig I. von Bayern hatte ihn „aus seiner Privatschatulle“ auf intensives Betreiben des Domkanonikus Augustin Stark errichten und mit wertvollen Instrumenten ausstatten lassen; Stark gewährte dem Gymnasium bei St. Stephan die Benutzung und vermachte schließlich dem Kloster und der  Schule die gesamte Sternwarte, die auf diese Weise bis zum Zweiten Weltkrieg als Schulsternwarte diente.

Die Instrumente konnten vor der teilweisen Zerstörung des Turmes im  Krieg großenteils in Sicherheit gebracht werden; heute ist der Turm in Privatbesitz.

 Den Bemühungen von Abt Albert Brettner (Abt von 1970 bis 1987) ist es zu danken, dass aus Mitteln des Katholischen Studienfonds, dem der ganze Klostergarten gehört, 1981 die astronomische Tradition bei St. Stephan durch die Errichtung der Sternwarte wieder aufleben konnte.

Beobachtungen

Highlights der Beobachtungen waren bisher zweifellos die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 und der Venusdurchgang vom 8. Juni 2004 und verschiedene Mondfinsternisse. Aber auch die Kometen Hale-Bopp und Hyakoutake zogen die Besucher in den Bann.

Öffentliche Beobachtungen sind in der Regel an jedem ersten Freitag im Monat, verbunden mit Planetariumsvorführung im Gymnasium („Allwetter-Programm“).